Freitag, 31. August 2012

„Für weitere Informationen: Klicken Sie einfach ‚dw.de‘“

Teil 1: Das große Mißverständnis von Konsumenten und Machern


Wer nicht die geballte Satelittenflut Europas empfangen kann, viele in Asien oder in Süd-Amerika zum Beispiel, ist dankbar sie sehen zu können: Die „Deutsche Welle“ (DW). Eine fast weltweit zu empfangene Größe deutschen Kulturauftrags.

Das eigentliche Momentum ist, daß dies eine Anstalt öffentlichen Rechts ist, die, und das ist die Crux, sich nicht aus den Töpfen der Gebührenzahler bedienen kann, sondern dem Wohlwollen der Regierenden unterliegt. Sie müßen den Haushalt der „DW“ sanktionieren. So unterliegt die Sendeanstalt ständigen Umbrüchen, Abbrüchen und Widersprüchen.

Wer Emil Carlebachs(1) Buch „Schere im Kopf“ kennt, weiß als Journalist selbst, was es heißt, daß die Finanzierung vom Wohlwollen regierender (Finanziers) abhängig ist. So ist eine Diskussion, wie in Thailand nachvollzogen, nicht ungewöhlich…

„So ne sch… alles in englisch“

Die „Deutsche Welle“ betreibt besondere Ausstrahlungswellen, die tatsächlich überwiegend in englisch (spanischer, arabischer[!] Sprache usw.) senden. Als Auslandssender ist dagegen nichts zu sagen. Die Regel  ist, daß eine Fachkraft den Sender auf die deutschsprachige Ausstrahlung einstellen muß (falls vorhanden). Da viele aber noch die "DW" aus alten Zeiten kennen, es wurde fast stündlich zwischen deutscher und englischer Sprache umgeschaltet, wissen viele nicht, daß es eigentlich auch einen in überwiegend  deutscher Sprache ausgestrahlten Sender gibt. Dies, obwohl wirklich ausreichend darauf hingewiesen wurde.


Alles wird wiederholt und wiederholt…

Richtig! Es können zwei Argumentationsstränge geltend gemacht werden:
Die „DW“ hat kein Geld um bessere Inhalte bedienen zu können (warum gibt es keinen Austausch zwichen den öffentlichrechtlichen?) Die deutschen bezahlen schließlich für alle!

Lahmes Argument: Wir wollen, daß das Publikum unser Programm sowohl am Abend wie am Morgen, wie am Mittag sehen kann.


Das wird doch immer mehr zum "Weibersender"…

„Schaue es Dir doch an“, meint Heiz, „falls Du nicht schon krank bist, die machen Dich krank. Es kommt mir vor wie früher, wenn ich mit meiner Frau beim Arzt im Wartezimmer war, überall ‚Yellow-Press‘, mit der Frage: Wie krank bist Du wirklich? Der Hit ist jetzt noch die Ballschuh mit ihren Ärzten…“
„Dann schaue Dir den abstrakten Unsinn über Umzügler, Einzelschicksale, Aussteiger usw. an“, hängt sich ein weiterer ein. „So sollen wir deutsche sein?“ Oder „die tollen Sendungen wie finde ich wen und wie heirate ich dann.“, ergänzt er noch.


Ich habe ja auch nichts gegen Kultur, aber die "DW" stößt doch die Rubrikensender von ARD und ZDF ohne weiteres vom Sockel und was für ein abgefahrenes Zeug. „Ich bin froh, das sich meine thailändische Frau das Fernsehen nicht anschaut, ich könnte ihr nicht einmal eine Begründung geben, ob in Deutschland alle so abgefahren sind.“

Die Frage ist wirklich, gibt es keine besseren (anderen) Inhalte? Alle finden es toll, daß Kultur bedient wird, alles finden es auch toll, daß Aussenseiterkultur gebracht wird, aber fast nur(?)!
Es ist auch schön, falls es interessant gemachte Gesundheitsmagazine ins Programm schaffen, aber das dieses Thema fast schon ein Programmschwerpunkt ist - das macht wirklich krank.
So könnte das weiter gehen: Einzelschicksale, Randgruppen usw. Es ist fast zu befürchten, daß die Programmauswahl ein Produkt gescheiterter „SozPäds“ (Sozialpädagogen) ist.


Die Nachrichten sind eine Katastrophe!

Stündlich Nachrichte, hört sich gut an, das dies nicht immer stimmt und die „Nachrichten“ grade einmal fünf Minuten dauern, ist dann doch schon traurig. Als gäbe es nicht eine hervorragende „Tagesschau“ im öffentlichrechtlichen Spektrum. Dafür wird ein riesen Aufwand betrieben und warum darf diese Nachrichten die „DW“ nicht ausstrahlen oder zumindest Inhalte übernehmen. „Tagesschau“ und „Tagesthemen“, ergänzt mit internationalen Themen, fänden bestimmt mehr anklang, als fünf Minuten Spots die Nachrichten genannt werden.

Es ist ja schon ein Ereignis, daß es nun Gesprächsrunden zu sehen gibt und da es ein Ereignis ist, wird alles genommen, was irgendwie zu bekommen ist. Am besten sieben (mit Wiederholungen 14 mal) mal in der Woche. Ob mir, ob dieser Vielfalt ,die Talkshows nicht schon bald aus den Ohren kommen, mag dahin gestellt sein.




im Teil 2: Die absolute Plattform: Das Internet








(1) Emil Carlebach (* 10. Juli 1914 in Frankfurt am Main; † 9. April 2001 ebenda) Hessischer Landtagsabgeordneter, Journalist (Mitbegründer der "Frankfurter Rundschau"), Überlebender des KZ-Buchenwald.