Samstag, 2. Mai 2015

Online Journalismus

Frankfurter Allgemeine ZeitungUnter der Überschrift "Google und acht Verlage starten Digital-Initiative" veröffentlicht die F. A. Z.-Online einen Beitrag von Michael Hanfeld. Hanfeld berichtet: "Der amerikanische Internet-Konzern und führende europäische Zeitungshäuser, darunter die F.A.Z., gehen einen Pakt für den Journalismus ein. Es soll um Technologie und Innovation gehen. Google legt dafür einen Fonds von 150 Millionen Euro auf." (weiterlesen...

der Freitag"der Freitag" ist das schon wesentlich kritischer. Im Beitrag "Ablasshandel digital" vom 29. April 2015, von Jan Jasper Kosok, führt der Autor aus: "Google vs. Verlage Der Konzern aus Kalifornien will innovative journalistische Ideen mit 150 Millionen Euro fördern. Heißt das, dass die Verlage sich durchgesetzt haben? Mitnichten". (weiterlesen...)

 Google-LogoWie "Google" diese Initiative sieht, wird an einem Beitrag von Jeff Jarvis deutlich. 
Nun es geht einmal mehr um das Leistungsschutzrecht. Mit dem Gesetz haben CDU/CSU und FDP den Versuch gestartet, den Verlagen Leistungen zuzuschanzen, die andere (gemeint ist vor allen Dingen "Google" mit seinen "News") damit angeblich verdienen, in dem sie auf Inhalte verlinken, die den Verlagen gehören. 
Würde man in der Diskussion den Namen "Google" weglassen, sodaß der Neidgedanke in den Hintergrund tritt, ginge es nur noch darum, daß die verkürzte Wiedergbe eines Inhalts, zum weiterlesen beim Originalanbieter führen soll. Das ist genau das, was substanziell das Internet (eigentlich ist immer das "www" gemeint) ausmacht. Die Verlinkung. Wer nicht will, daß seine Inhalte verlinkt werden, muß sie nicht ins Internet stellen oder kann sie einfach schützen (nur einer geschlossenen Anwendergruppe anbieten). 

Mindestlohn für Autoren 

Das viele Geld, was "Google" jetzt in den Fond eingezahlt hat, gehört eigentlich in den Topf der VG Wort, um den vielen Autoren, die immer schlechter bezahlt werden - grade von den Verlagen, die am meisten jammern - ein angemessenes Honorar zu sichern. Die Frage muß doch einmal gestellt werden: Wo ist eigentlich der journalistische Mindestlohn
Schön, es ist nicht neu, daß es viele "Schreiberlinge" gibt, die ihre Texte einfach kostenlos auf den Markt werfen, nur um sich gedruckt zu sehen. Und es ist auch nicht neu, daß viele Verlage regen gebrauch davon machen, egal wie die journalistische Qualität darunter leidet. Es muß jedoch immer wieder gefragt werden, ob hier nicht der Ansatz liegt, daß sich der Mediendschungel immer mehr zum Propagandainstrument entwickelt (es wird eben nur noch konform geschrieben)? 
Müßten die Verlage, unabhängig was mit dem Autor vereinbart ist, für die Beiträge zumindest einen "Mindestlohn" an die VG Wort zahlen, wäre es zumindest fraglich, ob die umtriebigen und kostenlosen Inhalte noch den Bestand hätten, der ihnen heute zukommt (sind es doch oft Lobbybeiträge die Eins zu Eins wiedergegeben werden).