Mittwoch, 30. September 2015

Bürgerbeteiligung?!

Mit einer Umfrage will die Bundesregierung herausfinden, warum ihre Angebot im Internet so schlecht ankommen. Sie nennen das "Bürgerbeteiligung". Die Frechheit die das Wort ausdrückt ist wahrscheinlich sogar ernst gemeint. Die Bürger dürfen sich ein wenig an der Demokratie beteiligen. Daß die Bürger keine "Beteiligung", sonder zumindest so viel Einflußnahme wie die Industrielobby wünschen, welch ein absurder Gedanke. Wie können auch abgehobene "Parteihuren", die das Grundgesetz täglich mit Füßen treten, verstehen, was mit "Demokratie" gemeint ist. Bestimmt kein "Fraktionszwang".
Natürlich ist die Umfrage nach dem alten Schema aufgebaut, "wir brauchen positive Ergebnisse".  Der Name unter dem das ganze Titelt ist schon putzig: "Stakeholder Panel TA". Nein, ich habe mich nicht verschrieben, das nennt sich so und es sind keine "Steak Holder".

Der Ausdruck Stakeholder stammt aus dem Englischen„Stake“ kann mit EinsatzAnteil oder Anspruch übersetzt werden,„holder“ mit Eigentümer oder Besitzer. Der Stakeholder ist daher jemand, dessen Einsatz auf dem Spiel steht und der daher ein Interesse an Wohl und Wehe dieses Einsatzes hat. Im übertragenen Sinne wird „Stakeholder“ heutzutage nicht nur für Personen verwendet, die tatsächlich einen Einsatz geleistet haben, sondern für alle, die ein Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes haben; beispielsweise auch Kunden oder Mitarbeiter.
siehe Wikipedia
Dahinter verbirgt sich sich das "IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung GmbH":

Das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Zukunftsforschung undTechnologiebewertung in Berlin. Die Forschungstätigkeit richtet sich auf die Unterstützung von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft[1]durch die Bereitstellung von Wissen zur Förderung innovativer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen sowie praxisnahem Handlungswissen.

siehe Wikipedia


Wie von der bundesdeutschen Regierung nicht anders zu erwarten, noch ein Lobbyklübchen mit wissenschaftlichem Anspruch, schließlich "Die Forschungsergebnisse werden in Fachverlagen wie dem Springer Verlag (...) veröffentlicht." (ebenda). Ich wäre auf diesen Unsinn nicht aufmerksam geworden, hätte mich nicht ein begeisterter Artikel von Livia Helbling in "Politik-Digital.de" darauf aufmerksam gemacht. Sie scheint von Demokratie auch nicht viel zu halten und freut sich an der "Bürgerbeteiligung" (dafür darf sie ja auch Politikwissenschaften in Bamberg studieren).